Sieht nützlich aus, ist es nicht, nervt — und ich benutze es trotzdem.

In einer Buchhandlung am Flughafen Itami empfahl mir eine KI ein Buch, also kaufte ich es und las es.

Eine kurze Erklärung für die deutschen Leser, sonst habt ihr keine Ahnung, worum es in diesem Buch überhaupt geht. Es ist ein japanisches Wirtschaftsbuch mit dem Titel — grob übersetzt — ‚Wen die KI erledigt / Wer sich mit KI verwandelt‘, von Kenta Nakahira, erschienen bei Diamond, einem der großen Wirtschaftsbuchverlage Japans. Das Cover schreit einen förmlich an: ‚Ist KI unfair? Kann man ihr nicht trauen?‘ — ‚Die ernsthaften, fleißigen Typen sind die Ersten, die untergehen. Gerade die Selbstsicheren sind es, die wirklich in die Enge geraten.‘ Das Verkaufsargument: Ein Unternehmer, der die Arbeitsweise von über 1.000 Firmen und über 3.000 Menschen verändert hat, bringt dir bei — ganz ohne IT-Kenntnisse — wie du dich explosionsartig weiterentwickelst. So ein Buch eben.

Mein Urteil? Ich sah jede Seite schon im Voraus kommen. Zu einfach. Im Nu durchgelesen.

Die KI-Bettler.

Heutzutage hat man das Gefühl, dass jede zweite Firma gegründet wird, indem sie auf der KI-Hype-Welle mitreitet.

Sie irrt sich, ohne mit der Wimper zu zucken.
Sie lügt, ohne mit der Wimper zu zucken.
Sie tut so, als wüsste sie alles, so selbstverständlich wie sie atmet.

Und nein — ich rede nicht von diesem hoffnungslosen Typen in eurem Büro, dem, der sich abmüht, um nicht hoffnungslos zu wirken. Ich rede von diesem lästigen Werkzeug, das wir KI nennen.

Auch in der Baubranche vermehren sich die Betrüger, die diese KI-Schwindelwerkzeuge schwingen.

Hier das Ausmaß der Sache. Die heutige KI, bestenfalls — wenn die IT ein Super Nintendo wäre, sind wir gerade auf die PS5 umgestiegen. Ein Suchwerkzeug, das eine Yahoo-Suche hundertmal schneller erledigt. Das ist die ganze Geschichte.

Und als ich der Sache nachging, wurde offenbar rund 80 % dieses Buches von einer KI geschrieben. Und das ist das Beste, was sie zustande gebracht hat.

Ein von einer KI geschriebenes Buch,
von einer KI empfohlen,
und hier zerreiße ich die KI in der Luft.

Tja — genau so verwandelt sich die Menschheit nach und nach in Idioten, die felsenfest überzeugt sind, Genies zu sein.

… und hier sitze ich nun und frage eine KI, ob ich einen Blogbeitrag über genau das schreiben sollte. (haha)

Ein Narr und eine Klinge — alles kommt darauf an, wie man sie benutzt.
Mit der KI ist es wohl dasselbe, nehme ich an…

30.06.
Habe die Fundamente wieder verfüllt.
Es waren nur ich und ein ehemaliger Evo-Zimmermann, also — mit 64 Jahren — hat es mich fast umgebracht.
Der Tag, an dem eine physische KI zum Helfen kommt, liegt noch gute 50 Jahre in der Zukunft.

01.07.
Das Gerüst wurde aufgestellt.
Es selbst zu machen kam mir nicht einmal in den Sinn — ich habe es vergeben. Profis sind eben Profis. Im Nu aufgestellt, sauber und effizient.
Eine unbemannte Baustelle, auf der eine physische KI das Gerüst aufstellt? In 50 Jahren.

Der Arbeitskräftemangel auf den Baustellen — das ist die Realität, hier und jetzt.

An euch alle in den Behörden, den Banken, den Versicherungs- und Wertpapierfirmen, den Steuerkanzleien, den Immobilienbüros — an euch alle, deren ganze Arbeit darin besteht, Dokumente zu lesen und zu erklären:
Lasst euren billigen Stolz fallen und kommt schnell hierher.
Ich bringe es euch sogar bei, wenn ihr wollt.

Auch die Dachmaterialien sind fertig bearbeitet.
Der Tag, an dem eine physische KI diese in einer unbemannten Fabrik herstellt? In 100 Jahren.

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Kunio Ohira

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